[Rezension] Wolfgang Hohlbein: Killer City

Das Buch

Seine bevorzugte Waffe ist das Rasiermesser. Mit ihm nähert er sich leise aus der Dunkelheit. Er ist auf der Suche nach seinem nächsten Opfer, denn sein Impuls zu töten ist übermächtig … Thornhill hat schon viele Menschen getötet. Die kürzlich eröffnete Weltausstellung lockt Millionen von Besuchern nach Chicago. Dort kann er in der Masse der Touristen untertauchen. Bald jedoch entflammt sein Hunger nach dem berauschenden Gefühl des Tötens, der tief am Grunde seiner Seele lauert, erneut. Und wenn die Dunkelheit ruft, muss Thornhill dem Ruf folgen … (Quelle: Bastei Lübbe)

Meine Meinung

Schon bevor das Buch erschienen ist, stand es auf meiner „Must Read“-Liste. Tatsächlich habe ich in meinem Leben bisher wenn es hoch kommt zwei Bücher von Wolfgang Hohlbein gelesen, aber soweit ich mich erinnere, gefielen sie mir gut. „Killer City“ hat mich direkt angesprochen, denn sowohl Cover und Titel als auch Klappentext versprechen einiges an Spannung!

Wolfgang Hohlbein hat einen ganz eigenen, aber durchaus interessanten Schreibstil, der sich der Zeit des Geschehens durchweg anpasst. So ist man hier oft mit „alten“ Wörtern konfrontiert, die jedoch alle verständlich sind oder sich zumindest aus Zusammenhängen ergeben. Die Kapitel springen in unterschiedlichen Jahrzehnten hin und her, sind allerdings (zumindest noch zu Beginn) gut nachzuvollziehen und zu unterscheiden. Diese Übergänge werden jedoch immer schwammiger und gestalten das Lesen daher zunehmend anstrengender.

Der Hauptprotagonist, Thornhill, ist eine komplizierte Person mit sehr vielen ebenso komplizierten Gedankengängen. Ihm zu folgen, seine Taten nachzuvollziehen, ihn zu verstehen, ist nicht immer leicht. Auf Dauer nerven seine Zweifel und Überlegungen beim Lesen leider sehr. Andere Charaktere bleiben oft oberflächlich, tauchen auf, verschwinden wieder oder waren nie wirklich da (so viel zu Thornhills Gedankengängen).

Leider verspricht der Klappentext mehr, als er letztendlich halten kann. Zu Beginn ist es noch spannend und man wartet nur darauf, was Thornhill nun in Chicago anstellen wird. Doch dann wird die Story immer langweiliger, es passiert nicht wirklich etwas, das nicht vorhersehbar wäre; und vor allen Dingen passiert nichts, was auf dem Klappentext so angepriesen wird – ein Serienkiller auf einer Weltausstellung unter tausenden Besuchern? Daraus kann man viel machen – das hat der Autor aber leider nicht.

Fazit

Je größer die Vorfreude, umso tiefer die Enttäuschung. Dieses Buch konnte mich leider nicht überzeugen, denn obwohl „Thriller“ draufsteht, steckt kein Thriller drin. Dementsprechend keine Empfehlung.


Weitere Besprechungen zu diesem Buch findet ihr bei
Sarahs Leseliebe und Nicht noch ein Buchblog!.

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