[Rezension] Michel Friedman: Kaddisch vor Morgengrauen

Das Buch

Sarah und Ariel haben die Vernichtungslager der Nazis überlebt und können dennoch den Schatten des Geschehenen nicht entrinnen. Ihre gesamte Existenz kreist um den Sohn, Julien, der gleichsam stellvertretend für sie ein unbelastetes Leben führen soll – und dem genau dies nicht gelingt. Julien will fort aus dem Land der Täter, er geht nach Paris, um dort als Theaterregisseur zu leben. Doch die Katastrophe, die seine Familie erlitt, wird auch für ihn zu einer schier unüberwindlichen Last. Erst der Tod der Eltern ermöglicht ihm trotz des Schmerzes einen Neubeginn – die Heirat mit Perla und die Geburt des gemeinsamen Kindes. An dieses Kind wendet sich Julien, um endlich das Schweigen der Familie zu brechen und die Verstorbenen dem Vergessen zu entreißen – denn es gibt keine Stunde null. Weder für Opfer noch für Täter. (Quelle: Amazon)

Meine Meinung

Michel Friedman erzählt mit einer unglaublich berührenden Art und Weise die Geschichte seiner Großeltern, die Geschichte, die sein Vater ihm erzählt hat und die diesen so lange nicht loslassen konnte. Es ist nicht schwer, sich als Leser von Beginn an auf die Geschichte einzulassen. Der Schreibstil ermöglicht es, tief hineinzutauchen in dieses Leben, das alles andere als einfach war. Als Sohn von Sarah und Ariel trug Julien ihre Last auf seinen Schultern und genau das hat der Autor absolut transportiert.

Die Personen sind für den Leser greifbar, ihren Schmerz, die Unsicherheit und die Verzweiflung lassen sich nachempfinden und haben bei mir dazu geführt, dass ich das Buch unter Schlucken hin und wieder weglegen musste. Alles in allem wird diese Familiengeschichte sensibel erzählt, niemals aber sentimental.

Mein Fazit

Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen, der sich für berührende Familiengeschichten mit einer Vergangenheit im Nationalsozialismus interessiert.

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