Vor etwa zwei Jahren habe ich die Autorin Awen Eibner online kennengelernt und daraufhin den ersten Teil ihrer WELLENFLÜGEL-Trilogie gelesen und rezensiert. Gepackt von dieser spannenden Fantasy-Story wartete ich gespannt auf den zweiten und dann noch einmal mehr als ein Jahr auf den dritten und damit letzten Band. EIN BACH AUF ASCHE schließt eine spannende, magische Geschichte ab, die mich nicht losgelassen hat. Daher war ich so frei, die Autorin um ein Interview zu bitten, mit Erfolg! Sieben Fragen hat sie mir beantwortet – Fragen, die einem viel über Awen Eibner als Autorin und ihre Trilogie verraten.
1. Wie kamst du zum Schreiben?
Schwer zu sagen. Meine ersten Geschichten habe ich im Volksschulalter in A5-Heftchen geschrieben oder in selbst gebastelten Büchern (einfach A4-Blätter querlegen, in der Hälfte falten, mit Klebestreifen entlang der Rille befestigen und die Buntstifte fürs Cover rausholen). Warum ich unbedingt schreiben wollte, weiß ich nicht. Könnte aber damit zusammenhängen, dass ich sehr viel und sehr gerne gelesen habe.
2. Wieso hast du dich dafür entschieden, im Fantasy-Bereich zu schreiben?
Zu der Zeit, als ich mich dem Schreiben mit mehr Ernsthaftigkeit zugewandt habe, habe ich viel Fantasy gelesen. Dementsprechend viele meiner Geschichten haben sich um eigene Welten gedreht, und heute kann ich nicht mehr ohne phantastisches Element schreiben. Hätte ich damals einen Faible für historische Romane entwickelt, würde ich jetzt wahrscheinlich historische Romane schreiben.
3. Die Orte in deiner Wellenflügel-Trilogie erinnern stark ans Mittelalter – ist das beabsichtigt oder purer Zufall?
Halb, halb. „Wellenflügel“ ist eine meiner früheren Geschichten, für deren grobes Setting ich auf das mir bekannte zurückgegriffen habe – bekannt von anderen Fantasy-Büchern. Die meisten lehnen sich ans europäische Mittelalter an, und zur Zeit der Entstehung der Trilogie habe ich mir darüber kaum Gedanken gemacht, sondern es einfach übernommen.
4. Es gibt Bücher, in denen ist ein bestimmter Charakter ganz klar der Sympathieträger – in deiner Trilogie ist das jedoch absolut subjektiv. Man kann den ein oder anderen mögen, oder auch nicht. War das von dir so gewollt?
Ich denke, das hat sich im Laufe des Schreibens so entwickelt. Mir ist wichtig, dass die Handlungen der Charaktere Sinn ergeben, und ich finde es interessant, sie aus der Reihe tanzen zu lassen. „Protagonist“ heißt lediglich, dass diese Figur im Fokus der Erzählung steht – nicht, dass sie ein guter Mensch ist. „Nebencharakter“ wiederum heißt nur, dass diese Figur für die Erzählung eine Randerscheinung ist – nicht, dass sie nicht ihre eigene Geschichte verdient hätte.
5. Ich bin ja ein riesengroßer Nasrin-Fan. Obwohl sie sich sehr im Hintergrund hält, ist sie dem Leser doch immer präsent. War es dein Ziel, den Leser gerade auf die weniger offensichtlich präsenten Charaktere neugierig zu machen?
Ganz ehrlich? Nein. 😀 Aber es war mein Ziel, auch den Nebenfiguren ein Eigenleben zu geben, einen eigenen Charakter. Mit Nasrin ist mir das besonders gut gelungen – was mich natürlich sehr freut.
6. Mit dem dritten Wellenflügel-Teil schließt du die Reihe ab, die Geschichte lässt jedoch einige Fragen offen. Hast du dir bewusst Raum gelassen, um die Reihe eventuell noch weiterzuführen?
Eine Fortsetzung ist derzeit nicht geplant, aber es gibt viele Ansatzstellen und eben auch offene Fragen, die eine Folgegeschichte denkbar machen. Fürs Erste möchte ich daran aber nicht arbeiten. Ausschließen, dass ich nicht irgendeines schönen Abends im Bett liege und mir denke: „Hm, das und jenes könnte inzwischen bei Gwyni passiert sein – oh. Hm. Das würde Stoff für eine gute Geschichte geben“ kann ich aber nicht. Sollte ich eine Fortsetzung zu „Wellenflügel“ schreiben, wird sie wahrscheinlich einige Jahre nach den Ereignissen von Band 3 spielen. Es sei denn, mir fällt was Besseres ein.
7. Eine letzte Frage deine Zukunft als Autorin betreffend: Was kommt jetzt? Arbeitest du schon an einem neuen Projekt, mit dem du deine Leser wieder einmal begeistern kannst?
Natürlich! Mein Autorenleben schläft nie, es prokrastiniert nur. Die nächste Veröffentlichung wird (nach derzeitigem Stand) ein Einzelband, höchstens eine Dilogie sein, die in der Welt von „Wellenflügel“ spielt, aber anderen Figuren folgt und eine gänzlich andere Geschichte erzählt. Ein anderes Roman-Typoskript liegt bereits auf meiner Festplatte, das vielleicht einmal ein Fantasykrimi wird. Und natürlich sind neue Schreibprojekte geplant. Ein paar davon setze ich sogar irgendwann mal um!
